Das Hemd aus dem Iraq

Es ist schon unglaublich und auch im Nachhinein kommt mir diese Geschichte aus dem Iraq total verrückt vor, aber dennoch: Ich habe auf einer Geschäftsreise in den Iraq die unglaublichsten Dinge erlebt. Klar: Vieles ist dort unten ist der staubigen Wüste genauso wie es bei uns in den Meiden vermittelt wird. Doch trotz all dieser von Elend und Gewalt geprägten Bilder gibt es dennoch, meist abseits der großen Schauplätze, auch tatsächlich das ganz normale Leben. Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass ich mir im Iraq ein Seidenstickerhemd gekauft habe, dann werden Sie mir aller Wahrscheinlichkeit sowieso nicht glauben. Aber dennoch: Auch wenn Sie mir jetzt vielleicht einen Vogel zeigen, aber ich habe es tatsächlich geschafft mir  wunderschöne Seidensticker Hemden im Iraq zu kaufen. Die Freude über ein derartiges Hemd war schon riesigen groß. Hinzu kommt, dass ich dort unten im Iraq für dieses wunderschöne Seidensticker Hemd nur einen Bruchteil von dem bezahlt habe, was ich in der BUndesrepublik Deutschland auf den Tisch hätte legen müssen. Eigentlich fing alles ganz normal an. Kurz nachdem der ehemalige Diktatur Saddam Hussein von den Koalitionstruppen vom “Thron” gestoßen wurde, wagten sich auch schon die ersten internationalen Geschäftsleute in den Iraq. Klar, der Grund dafür ist mehr oder weniger offentsichtlich. Auf Grund der unglaublichen Vorkomme an Erdöl ist der Iraq ein potentiell sehr reiches Land. Aufgrund dieser Tatsache und vieler anderer interessanter Verstrickungen lag es also mittlerweile mehr als nur auf der Hand, dass eine Geschäftsreise in den Iraq ein wirklich hochgradig rentabels Unterfangen werden könnten. Aus genau der gleihen Motivation machten sich also auch ein Kollege und ich auf den Weg in den Süden. Von uns beiden war zuvor noch niemand im Iraq. Wir kannten das Land auch nur wie die meisten aus der üblichen Berichterstattung. Aber dennoch, fernab von jeglicher Landes- und geschweige dann Sprachkenntnis begaben wir uns also beide mitten hinein in das Abendteuer Iraq. Das ich mir in diesem vom Krieg zerstörten und durch eine langjährige Diktatur hochgradig verknechteten Land einmal ein Seidensticker Hemd kaufen würde, hätte ich mir beim besten Willen nie denken können. In den ersten Tagen waren wir zu Gast in einer der internationalen Hotels in Bagdad. Die Lage war - kurz nach dem Fall Saddams - auf jeden Fall hochgradig interessant. Man spürte förmlich diese Spannung in der Luft; diese Spannung die angereichert war von dem Willen nach Öffnung und maßgeblicher Veränderung. Aber egal: Als ich dann am dritten Tag voller Vorsicht mit einem einheimischen Kollegen über einen dieser großen Märkte in Bagdad lief, viel mir zugleich dieses wunderschöne Seidensticker Hemd in die Augen. Es hing, wie ein Produkt vom anderen Stern, irgendwo zwischen ener Vielzahl einheimischer Kleidung und strahlte mich erwartungsvoll an.